Auf die Plätze – fertig – los
Sturm auf die Lidl-Filialen in Puerto de la Cruz und San Isidro„Was lange währt, wird endlich gut“ – unter diesem Motto könnte man die ersten, am 4. Februar eröffneten Lidl-Filialen auf Teneriffa sehen.
Lange Zeit waren die Märkte im Gespräch und wurden vor allem von der deutschen Bevölkerung Teneriffas heiß ersehnt. Jetzt endlich sind alle Hindernisse überwunden, und der Sturm auf die Regale wurde eröffnet. Kein Wunder, dass in Puerto de la Cruz schon am frühen Morgen eine rund 100 Meter lange Menschenschlange startbereit war, um bei dem ersten Kundenansturm dabei zu sein. Auch das frisch eingestellte Personal, das zu 95 Prozent aus Puerto de la Cruz und zu fünf Prozent aus den umliegenden Gemeinden stammt, wartete nervös auf den Startschuss zu ihrem ersten Arbeitstag.
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 | | Voller Zuversicht blickt die Lidl-Spitze mit dem Kanarendirektor Javier Suarez (Bildmitte) in die Zukunft |
| 05.02.2010 - Der Generaldirektor von Lidl für Spanien und der Direktor für die Kanaren standen in Puerto de la Cruz persönlich an der Eingangstür, um der ersten Kundin einen Tulpenstrauß zu überreichen. In perfektem Deutsch und mit einem netten Lächeln begrüßten sie die einströmenden Kunden, die sich in den Kaufrausch stürzten. Die Deutschen und Engländer hielten Ausschau nach vertrauten Produkten, während die kanarischen Klienten das Sortiment beäugten, um sich zu orientieren. Eine Ersparnis von bis zu 2.400 Euro verspricht Lidl seinen Kunden in nur einem Jahr. Ein Betrag, der in jedem Träume aufsteigen lässt, wie man das ersparte Haushaltsgeld anderweitig ausgeben könnte. „Unsere Philosophie ist, eine maximale Qualität zu einem möglichst günstigen Preis anzubieten. Dabei setzen wir in Spanien auf einen bewährten Mix aus nationalen und regionalen Produkten, die auch die Einheimischen kennen, sowie aus internationalen eigenen Produkten, die sich speziell an deutschem und englischem Publikum orientieren“, erklärte Lidl´s Kanarendirektor Javier Suarez in einer Pressekonferenz vor der Eröffnung. „Die Bananen und Tomaten, aber auch andere frische Obst- und Gemüsesorten beziehen wir von einer kanarischen Kooperative“, betonte er noch. Aus der Erfahrung mit bereits lange bestehenden Filialen auf dem spanischen Festland sieht sich Lidl nicht als Konkurrenz für die kleinen „Tante-Emma-Läden“, die einen persönlichen Service und das Schwätzchen zwischendurch bieten. Wohl aber für die großen Supermarktketten. „Wer mit unseren Preisen mithalten möchte, muss die Preisspirale nach unten drehen, und die meisten Mitanbieter tun dies aus unserer Erfahrung auch“, erklärte Suarez auf die Frage nach der Konkurrenz. Lidl ist aber nicht nur bekannt für Schnäppchen, sondern auch für dauerhafte Niedrigpreise. Ein stetig wachsendes Sortiment, das sich nach den Kundenwünschen ausrichte, wurde angekündigt. Den ganzen Tag über brach der Kundenstrom nicht ab und jeder Einkauf wurde mit einem Tulpenstrauß belohnt. Während die einen voll beladen aus dem Markt kamen, tätigten andere erste vorsichtige Testkäufe. Die ersten tausend Besucher erhielten zudem Sonnenschirme und Luftballons als nette Aufmerksamkeit. Doch wie war die Resonanz der Kunden, nachdem sie ihre Kauflust befriedigt hatten? „Toll, endlich haben wir deutsche Produkte zu vernünftigen Preisen“, schwärmte eine deutsche Kundin, die mit Vergnügen durch die Regalreihen stöberte. „Die spanischen Produkte, die ich kannte, waren nicht billiger als in einem anderen großen Supermarkt und die deutschen Lebensmittel waren zum Teil sehr günstig, nur die kannte ich nicht. Aber wir haben einiges eingekauft, um es auszuprobieren. Von dem Angebot an Frischem war ich überrascht,“ erzählte Auxi während sie ihren PKW belud. Sie hatte sich nur geärgert, weil ein anderer vor ihrer Nase drei Gratis-Sonnenschirme mitnahm und für sie dann keiner mehr da war. „Ich kenne Lidl von zu Hause in Norwegen, obwohl der Markt dort längst nicht so populär ist, wie unter den Deutschen. Einige Produkte sind schon wirklich günstig, aber mal abwarten, ob das auch dauerhaft so bleibt“, meinte eine Kundin aus dem hohen europäischen Norden. „Die Preise sind gut und ich werde bestimmt wieder hier einkaufen. Nur wünsche ich mir noch etwas mehr englische Produkte“, meinte ein Brite. Alles in Allem kann man wohl behaupten, dass Lidl einen Superstart hingelegt hat, der auf eine gute Zukunft auf den Kanaren hoffen lässt. Darauf lässt auch die Eröffnung der Filiale in San Isidro hoffen, die zeitgleich zur Lidl-Premiere Puerto de la Cruz gefeiert wurde. Auch hier drängten sich Neugierige und Kauflustige dicht an dicht. Otto Heigel und seine Frau, Überwinterer aus Österreich, vermissten zwar Produkte, die sie aus ihrer Heimat kennen, zeigten sich aber zufrieden, hier jetzt auch solch einen Supermarkt zu haben. Shaunagh aus Irland und Jon aus England, die jetzt in San Isidro leben, haben schon am ersten Tag richtig zugeschlagen und werden die neue Einkaufsmöglichkeit regelmäßig nutzen. Die Deutschen Ramona und Martin mit Sohn Henry aus La Mareta haben den ersten Einkaufstag vor allem dazu genutzt, sich einen Überblick zu verschaffen, aber sie sind sicher, dass sie hier oft einkaufen werden. Unter den weiteren Kunden: einige Verantwortliche der großen Supermarktketten, wie dem Mercadona. Sie notierten sich fleißig Sortiment und Preise; ganz nach dem Motto: „Konkurrenz belebt das Geschäft“.
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