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Vorläufige Bilanz des Unwetters auf den Kanaren

Die sintflutartigen Regenfälle der letzten beiden Tage auf den Kanaren haben stellenweise Spitzenwerte von bis zu 200 Liter Wasser pro Quadratmetern innerhalb von zwei Stunden erreicht.

Barranco auf La Gomera
Barranco auf La Gomera
03.02.2010 - Laut Wetteramt handelte es sich dabei nicht um einen Tropensturm, sondern um ein sehr aktives Sturmtief mit warmer Luft. Diese beide Komponenten führten zu den heftigen Niederschlägen, zu den seltenen Gewitterphänomenen sowie zu den heftigen lokalen Windböen. Im Gegensatz dazu gehen Tropenstürme mit konstantem heftigem Wind einher. Eine solche Wassermenge konnten viele Straßen und Barrancos der Inseln nicht verkraften. In Santa Cruz fiel die Straßenbahnlinie Zwei teilweise aus, weil Unrat auf die Schienen geschwemmt worden war. Es kam zu zahlreichen Überflutungen, Straßen sackten ab und hinterließen tiefe Löcher. Schlamm und Müll wurde durch die Straßen geführt, die stellenweise eher einem Fluss als einer Straße ähnelten. „Als ich aus meinem Büro ging spritzte der Abwasserkanal vor dem Gebäude wie ein Springbrunnen. Überall war Wasser und ich hatte richtige Panikgefühle“, erklärte Tamara aus Santa Cruz. In Candelaria waren ebenfalls einige Orte von der Außenwelt abgeschnitten, die Uferpromenade wurde überschwemmt und die Fiesta der Schutzpatronin „Virgen de Candelaria“ wurde komplett abgesagt. Auf Teneriffa kam es an verschiedenen Stellen zu Überschwemmungen, verschmutzten Straßen, kleineren Erdrutschen sowie zu Stromausfällen. Mehr als 600 Einsatzkräfte waren auf der Insel unterwegs, um die Straßen zu räumen, Menschen zu evakuieren oder überflutete Keller auszupumpen. Insgesamt zwölf Straßen wurden komplett für den Verkehr gesperrt. Auf La Palma mussten in der Nacht zum Dienstag 31 Menschen aus den Ortsteilen EL Remo und La Bombilla in Los Llanos de Aridane und Tazacorte evakuiert werden, weil der starke Wellengang die Brandung bis an ihre Häuser drückte und dabei an Wohnungen und Autos Schäden anrichtete. Auf La Gomera fiel der Regen relativ moderat, sodass auf den ersten Blick keine großen Schäden zu beklagen sind. Wie sich das Unwetter auf die landwirtschaftlichen Flächen ausgewirkt hat, wird erst in den kommenden Tagen zu beurteilen sein. Am Hafen von La Gomera musste der Fährverkehr eingestellt werden, weil kein sicheres An- und Ablegen gewährleistet war. Auch auf Gran Canaria hat es gegossen, wie schon lange nicht mehr. Chaos in der Hauptstadt, Überflutungen, schwer passierbare Straßen waren auch hier an der Tagesordnung. Zur Freude der Schüler fiel der Unterricht aus. Besonders betroffen war die Gemeinde San Bartolomé de Tirajana, wo 120 Liter Wasser pro Quadratmeter fielen. Die Barrancos Fataga, Ayagaures und Cercados de Espino führten große Wassermengen in die dazugehörigen Stauseen. Die GC 60 bei Arteara war stundenweise durch Erdrutsch und Felsbrocken komplett blockiert. Feuerwehrleute evakuierten mehrere Menschen, wie unter anderen eine Frau, die dringend an ein Dialysegerät angeschlossen werden musste, aber mit ihrem PKW nicht mehr weiterkam. Eine genaue Schadensbilanz wird man erst in den nächsten Tagen erstellen können. Den Meteorologen zufolge dürfte allerdings das Schlimmste überstanden sein. Im Laufe des Mittwochs soll das Sturmtief in nordöstlicher Richtung mit Kurs auf Marokko abziehen. Auch dort wird es zu starken Regenfällen kommen.
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Barranco auf La Gomera 
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