Oles Radiotagebuch
Ein Hundeleben bei ExpressFMIch habe heute eine schlaflose Nacht und bin meinem Körbchen entflohen (das habe ich aber poetisch ausgedrückt). Jetzt sitze ich am Fenster, schaue in die Nacht und philosophiere. Da staunt Ihr wohl. Denkt Ihr, so was gibt’s nur bei Katzen und Menschen? Ich hatte einen Traum. Ich träumte von einer gut aussehenden, reinrassigen, wohl proportionierten und willigen Hundedame (alternativ zu einer fetten Katze). Alles hätte so schön sein können.
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| Las Chafiras - 06.11.2008 - Aber plötzlich werde ich wach und mein Blick trifft auf Heinzel. Könnt Ihr Euch diesen Schock vorstellen? Panik pur! Aber ich bin hart im Nehmen, auch wenn die Nase dabei etwas trocken wird. Zu allem Überfluss liegt mir mein allabendlicher Knochen heute etwas schwer im Magen. Von der Geschäftsleitung wurde mir gesagt, es wäre der Schenkelknochen eines jungen Ferkels. Meinem Magen nach zu urteilen, handelte es sich wohl eher um den dicken Zeh einer altersschwachen Zuchtsau. So schmeckte er jedenfalls. Hab mir nicht mal die Mühe gemacht, den Rest zu verbuddeln.
Denkt bloß nicht, dass beim Radio alles reines Zuckerschlecken ist. Mein Job ist hart. Ständig die Jungs bei Laune halten, ihre mentalen Wunden lecken und sie nach Niederlagen wieder aufbauen, das zehrt ganz schön. Das sollte man nicht unterschätzen. Bin schon ganz ausgemergelt, den Ausdruck urlaubsreif vermeide ich bewusst. Den Urlaub im Katzenhaus eines hiesigen Tierheims hat man abgelehnt. Statt dessen soll ich mit Heinzel und seinem Frauchen nach Deutschland fliegen. Da brauche ich erstmal lange Unterhosen. Außerdem muss ich mich in eine Transportkiste zwängen und den Flug im Frachtraum fristen, während Heinzel und Anhang Bier schlabbern und Leckerlis bekommen. Behandelt man so den besten Freund des Menschen? Da seht Ihr mal.
Aber jetzt mal im Ernst. Glaubt mir keinen Laut. Die Wahrheit ist, ich denke die ganze Zeit nur ans Fressen. Hoffentlich lesen diese Zeilen ganz viele Frauen. Die finden mich immer süß. Wenn ich so klage und dabei noch entsprechend traurig schaue, fällt immer etwas Leckeres zu fressen ab. Also, Weiber dieser Welt, überwindet Eure Scheu und überhäuft mich mit Leckereien. Zur Not tut es auch Eure Katze.
Mit letzter Kraft schleckt Euch, Euer verhungernder...
Ole
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