Garachicos größtes Spektakel – nur alle fünf Jahre Tanz mit dem VulkanAlle Jahre wieder, im August, kleidet sich Garachico in sein Festkleid. Die Feierlichkeiten zu Ehren des Schutzpatrons San Roque stehen an.
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 | | Brennende „Lavabälle” bereiten Gänsehaut – der absolute Höhepunkt. | | © Fotos © Paulino Díaz/MiguelVelázquez |
| Garachico - 23.07.2010 - Am 16. August findet die große Romeria, also der Festumzug, statt, der Tausende von der ganzen Insel in die engen Gässchen der Innenstadt drängt. Keiner möchte sich dieses traditionsreiche Fest entgehen lassen. Bunt geschmückte Wagen, Folklore und Tanz machen diesen Tag zu einem Höhepunkt im Jahreslauf. In diesem Jahr dürfen sich die Besucher auf einen ganz besonders spektakulären Programmpunkt freuen, der nur alle fünf Jahre zelebriert wird – die „Fuegos del Risco“. Ein hoch explosives, vulkanisches Fest, das man nur verstehen kann, wenn man etwas über die Geschichte dieses Ortes weiß. Kleiner Ausflug in die Geschichte Garachico wurde bereits kurz nach der Eroberung durch die Spanier, im Jahr 1496, von dem portugiesischen Bankier Cristobál de Ponte gegründet. Dank seines tiefen Hafenbeckens entwickelte sich der Ort schnell zu einem wichtigen Handelsplatz. Schiffe aus Europa, Asien und Afrika legten an, um ihre Waren zu vertreiben oder Tauschhandel zu betreiben. Kunst und hochwertige Stoffe aus Europa, aromatische Kräuter und Gewürze aus dem Orient, Gold und Silber aus Amerika, Sklaven aus Guinea und Angola kamen so an Land. Aber auch Garachico hatte Reichtümer zu bieten. Obst und Gemüse, Zuckerrohr und später Wein wurden auf die Handelsschiffe verladen, um in die ganze Welt verschifft zu werden. Zu dieser Zeit war Garachico die wohl reichste Gemeinde der Insel. Eine ganze Straße soll der Überlieferung zufolge aus purem italienischen Marmor gewesen sein. Ein Mal in der Woche durfte sie von den Ärmsten betreten werden, die um Almosen baten. Ansonsten war sie nur der damaligen High Society vorbehalten. Garachico wurde nicht nur zum Anziehungspunkt für Geschäftsleute, sondern auch der Adel ließ sich in prachtvollen Stadthäusern nieder. Künstler aus Europa kamen, um sich inspirieren zu lassen, und der Alltag war von einer multikulturellen Menschen-Mischung geprägt. Das goldene Zeitalter war von pulsierendem Leben geprägt, bis im 17. Jahrhundert der Niedergang dieser glorreichen Epoche begann. Naturkatastrophen Zu Anfang des 17. Jahrhunderts grassierten zwei verheerende Pestwellen und im Jahre 1646 ereilte ein gewaltiger Erdrutsch den Ort. Die Erdlawine verschlang einen Teil des Dorfes und 14 vor Anker liegende Boote. Sie kostete rund 100 Menschen das Leben und hatte enorme materielle Verluste zur Folge. Später, anno 1659, fraßen afrikanische Heuschrecken die Felder kahl, und in den Jahren 1692 und 1697 wüteten zwei Feuersbrünste in dem gebeutelten Städtchen. Der letzte Dolchstoß der Natur kam am 5. Mai 1706 über Garachico. Der Vulkan Trevejo begann zu rumoren, erschütterte die Gegend mit Erdstößen und machte sich in einer gewaltigen Explosion Luft. Rund 40 Tage lang ergossen sich sieben Lavaflüsse die Schluchten entlang ins Meer. Sie verschütteten einen großen Teil des Ortes mit all seiner Pracht und der Marmorstraße sowie den Hafen. Glücklicherweise kam damals kein Bewohner ums Leben. Die Menschen flohen in ihrer Panik und überließen das Städtchen seinem Schicksal. Von diesem Schlag der Natur hat sich Garachico nie mehr erholt. Der Hafen war für große Schiffe unbrauchbar geworden und komplett zerstört. Die Händler wichen fortan auf Puerto de la Cruz und später Santa Cruz aus. Damit war der Untergang einer Handelsmetropole besiegelt. Fuegos del Risco Dieses Naturereignis hat das Gesicht Garachico für immer verändert. Die Dramatik und Tragödie dieses Ereignisses wird seit Anfang des 20. Jahrhunderts immer wieder heraufbeschworen. Alle fünf Jahre wird dieser Ausbruch aufwändig simuliert. Handgefertigte Ballen aus Piniennadeln und Sackleinen werden angezündet und bei Nacht die Hänge hinab gekullert. Feuerbälle aus dem Nichts lassen den Atem stocken. Man steht, staunt und fragt sich, was wäre, wenn… Auch in diesem Jahr ist es am 1. August um circa 21.45 Uhr wieder so weit. Ein Spektakel, das Gänsehaut herauf beschwört und das man erlebt haben sollte. Die Geister der Vergangenheit werden wach und verursachen in der Gegenwart ein unheimliches Prickeln. Der Tanz mit dem Vulkan ist allgegenwärtig.
Romeria von Garachico Im August wird gefeiert und getanzt, solange die Füße tragen. Ein Monat voller Festivitäten und Highlights, die sich gegenseitig jagen. Zu den absoluten Glanzpunkten gehören der Umzug phantasievoll geschmückter Wagen am 31. Juli sowie die große Romería voller Tradition und Folklore am 16. August. Einwohner und Besucher der Insel strömen in der Regel zu diesen Ereignissen an die Nordwestküste, um bei diesen feucht-fröhlichen Festivitäten hautnah dabei zu sein.
Höhepunkte aus dem Programm 31. Juli 22 Uhr Umzug der Phantasiewagen vom Hafen zur Plaza de la Libertad, anschl. Tanz. 1. August 18 Uhr Wiederholung des Umzugs der Phantasiewagen 21.45 Uhr Großes Vulkan-Spektakel „Fuegos del Risco“ 4. August 16 Uhr Kostprobe von süßen Desserts und Likör, Plaza de la Libertad 6. August 22 Uhr Fest der Traditionen, mit Musik und Poesie, Glorieta de San Francisco 13. August 22 Uhr Konzert der „Memphis Blues Band“ (Erinnerung an Elvis Presley), Plaza San Roque 15. August 21.30 Prozession des Schutzpatrons San Roque, anschließend Feuerwerk und Tanz mit der „Malibu Band“, Plaza San Roque 16. August 14 Uhr traditionelle Romería, Umzug von Plaza Ramón Arocha zur Plaza de San Roque, anschl. Tanz
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